Die Berufung im Strafverfahren richtet sich gegen Urteile des Amtsgerichts (Strafrichter und Schöffengericht). Sie muss binnen einer Frist von einer Woche nach Verkündung des Urteils schriftlich bei dem Gericht, das entschieden hat, eingelegt werden.

Nur in wenigen Fällen (Verurteilung zur Geldstrafe von bis zu 15 Tagessätzen, Verwarnung mit Strafvorbehalt) ist eine Begründung und Annahme der Berufung erforderlich.

Die Berufung eröffnet eine neue Tatsacheninstanz, d. h. Zeugen werden erneut vernommen, neue Verteidigungsmittel können vorgebracht werden.

Berufungsgericht ist das Landgericht, das in einer neuen Hauptverhandlung entscheidet. Legt nur der Angeklagte und nicht die Staatsanwaltschaft Berufung ein, ist eine Änderung zu Ungunsten des Angeklagten nicht statthaft (sogenanntes Verböserungsverbot). die Berufung bietet dem Verurteilten so sehr oft auch eine große Chance, ein milderes Urteil zu erreichen.

Gegen Berufungsurteile der Strafgerichte ist auch noch die Revision zum Oberlandesgericht möglich. Das Rechtsmittel der Revision eröffnet eine Prüfung der Urteile des Amtsgerichts (sogenannte Sprungrevision), der Berufungsurteile des Landgerichts und der erstinstanzlichen Urteile des Landgerichts (Große Strafkammer). Im letzteren Fall ist das Revisionsgericht der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Die Revision muss binnen einer Woche bei dem Gericht, dass das Urteil gefällt hat, schriftlich eingelegt werden und ist in der Regel binnen eines Monats nach Zustellung des Urteils schriftlich zu begründen (Revisionsbegründung).

In Strafsachen mit gravierenden Rechtsfolgen, wie langjährigen Freiheitsstrafen, ist die Revision die letzte Möglichkeit, ein Urteil zum Besseren zu wenden. Die Revisionsbegründung muss Rechtsfehler herausarbeiten. Sogenannte absolute und relative Revisionsgründe sind in formeller Form vorzutragen. Die Revisionsbegründung kann nur durch Rechtsanwälte, Verteidiger oder den Verurteilten selbst zu Protokoll der Geschäftsstelle erklärt werden. Wegen der großen Schwierigkeiten einer Revisionsbegründung ist von letzterem abzuraten.


Wünschen Sie eine unverbindliche Einschätzung?

Nehmen Sie jetzt unkompliziert und schnell Kontakt mit uns über unser Kontaktformular auf!

» Zum Kontaktformular


Gregor Leber
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht

Telefon 0211 / 864630 - Telefax 0211 / 320840
g.leber@tondorfboehm.de

Sekretariat: Frau Lilienström a.lilienstroem@tondorfboehm.de
Ritterstraße 9 - 40213 Düsseldorf

 

Aktuelle Fachartikel Strafrecht