Jetzt geht es los! Die Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien beginnt am 12.06.2014. Für rund 4 ½ Wochen dreht sich bei Fußballfans alles um das Thema WM mit der Hoffnung, die eigene Mannschaft möglichst bis ins Finale als Fan (zumeist am Fernseher oder beim public viewing) zu begleiten.

 

Viele Arbeitgeber haben Verständnis für die „Ausnahmesituation – WM 2014“

Damit das Ende der Fußballweltmeisterschaft aber nicht gleichzeitig auch zum Abpfiff im eigenen Job wird, sollte aus Arbeitnehmersicht folgendes – und das gilt umso mehr, wenn Ihr Arbeitgeber kein Fußballfan ist - beachtet werden:

Arbeitnehmer sind in Deutschland grundsätzlich in ihrer Arbeitszeit verpflichtet, auch während der Fußballweltmeisterschaft ihre volle Leistungsfähigkeit dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen.

Das bedeutet, dass beispielsweise private Handynutzung während der Arbeitszeit, das Verfolgen von Livetickern oder Streaming-Übertragungen auf dem Dienst-PC sowie Radio hören oder exzessive Zeitungslektüre zu arbeitsrechtlichen Problemen führen können.

Sofern die entsprechende Nutzung von Medien überhaupt gestattet ist, gilt hier, dass das normale Maß, welches bei dem Arbeitgeber angewandt wird, auch während der Fußball Weltmeisterschaft grundsätzlich nicht überschritten werden darf.

Beherrschendes Thema sollte während der Arbeitszeit die Arbeit selbst sein. Für Fußballfachgespräche und Hintergrundinformationen sollten vornehmlich die Pausen genutzt werden, es sei denn, der Chef findet sich zum Fachgespräch an Ihrem Arbeitsplatz ein.

Dekorationen des Arbeitsplatzes mit Fanartikeln und Fahnen sollten ebenso wie das Tragen von Trikots, Fanschals etc. im Vorfeld abgesprochen werden. Je strenger hier die Vorschriften im „normalen Tagesablauf“ sind, desto geringer ist die Aussicht, dass die eigene Fankultur am Arbeitsplatz ausgelebt werden darf.

Die Zeitverschiebung nach Brasilien und die damit für deutsche Verhältnisse teilweise späten Anstoßzeiten bieten auch keine Rechtfertigung, verspätet oder gar nicht zur Arbeit zu erscheinen.

Ein solches Verhalten berechtigt den Arbeitgeber grundsätzlich zu einer Abmahnung verbunden mit der Androhung, im Wiederholungsfall sogar die Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Erwägung zu ziehen.

Die Androhung eines Arbeitnehmers, krank zu werden, falls er von seinem Arbeitgeber für die Fußballweltmeisterschaft kein Frei bekommt, kann im Extremfall bereits ohne Abmahnung zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses führen.

Es empfiehlt sich deshalb für den unbeschwerten Genuss der Fußballweltmeisterschaft und das ausgiebige Feiern und Anfeuern der eigenen Mannschaft, mit dem Arbeitgeber rechtzeitig über die Rahmenbedingungen zu sprechen und einen gemeinsamen Kompromiss zu finden.

So hat der Arbeitgeber auf der einen Seite sichergestellt, dass er auch während der Fußballweltmeisterschaft motivierte Arbeitnehmer beschäftigt und andererseits der Arbeitnehmer Klarheit, inwieweit die Fußball Weltmeisterschaft Einfluss auf seinen Arbeitsalltag haben darf.

Dies bietet die besten Voraussetzungen, sich nach einer hoffentlich erfolgreichen Fußball Weltmeisterschaft 2014 noch gemeinsam auf die dann anstehende EM 2016 zu freuen.


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