(24.08.2015)

Ab dem 17.08.2015 wird die Europäische Erbrechtsverordnung (Verordnung EU Nr. 650/2012, EU-ErbVO) gelten. Die neue EU-Verordnung regelt, welches Erbrecht in einem internationalen Erbfall anzuwenden ist.

Bislang unterlag nach deutschem Recht (Artikel 25 EGBGB) die „Rechtsnachfolge von Todes wegen“ dem Recht des Staates, dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes angehörte. War der Erblasser Deutscher, galt deutsches Erbrecht, unabhängig davon, ob er zum Zeitpunkt seines Todes in Deutschland oder einem anderen Land gewohnt hat.

Mit der jetzigen Europäischen Erbrechtsverordnung werden Gerichte und Organe der Rechtspflege in den Staaten der EU (außer im Vereinigten Königreich, Irland und Dänemark) nach der EU-Erbrechtsverordnung beurteilen, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall mit Auslandsbezug vorliegt.

Beurteilt wird dies nicht mehr nach dem Staatsangehörigkeitsprinzip sondern nunmehr maßgeblich ist der letzte gewöhnliche Aufenthalt des Erblassers (Artikel 21 EU-ErbVO).

Wenn beispielsweise ein deutscher Staatsangehöriger seinen gewöhnlichen Aufenthalt in den Niederlanden hatte, kommt grundsätzlich niederländisches Erbrecht zur Anwendung.

Es besteht die Möglichkeit, eine Rechtswahl für das nach dem Tod anzuwendende Erbrecht zu treffen. Diese Rechtswahl muss in einer letztwilligen Verfügung (z. B. Testament oder Erbvertrag) geregelt werden.

Gerade bei Nachlassgestaltungen mit Auslandsbezug empfiehlt es sich deshalb nunmehr, darauf zu achten, dass eine solche Rechtswahl in ein Testament mit aufgenommen wird.


Wünschen Sie eine unverbindliche Einschätzung?

Nehmen Sie jetzt unkompliziert und schnell Kontakt mit uns über unser Kontaktformular auf!

» Zum Kontaktformular


Sebastian Böhm
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Erbrecht

Telefon 0211 / 864630 - Telefax 0211 / 320840
s.boehm@tondorfboehm.de

Sekretariat: Frau Lilienström a.lilienstroem@tondorfboehm.de
Ritterstraße 9 - 40213 Düsseldorf

 

Aktuelle Fachartikel Erbrecht