Die Schönheitsoperation ist üblicherweise ein Eingriff der aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist. Dennoch gelten für diesen medizinisch nicht indizierten Eingriff nahezu die gleichen rechtlichen Verpflichtungen des Arztes wie bei dem medizinisch indizierten Eingriff, mit einigen Besonderheiten.

 

Aufklärung: Der Arzt hat den Patienten in wirtschaftlicher und ärztlicher Hinsicht aufzuklären. Das heißt, es sind dem Patienten die Kosten für Narkose, Operation und Nachuntersuchungen im einzelnen darzulegen. Daneben hat der Arzt umfassend über die Risiken des Eingriffs aufzuklären. Die Aufklärung soll nicht erst kurz vor dem Eingriff erfolgen. 

Behandlungserfolg: Der Behandlungsvertrag, den Arzt und Patient schliessen ist ein Dienstvertrag und kein Werkvertrag. Das heisst, es ist die kunstgerechte, dem ärztlichen Standard entsprechende  Behandlung geschuldet, nicht der Erfolg  der Behandlung! Für den Patienten bedeutet dies, dass bei einem Ergebnis der Behandlung, welches nicht den ästhetischen Ansprüchen genügt, der Patient nur Ansprüche gegen den Arzt hat, wenn diesem vorgeworfen werden kann, dass er gegen den medizinischen Standard verstoßen hat.

 

Beweislast: Den Behandlungsfehler muss grundsätzlich er Patient beweisen. Dass dieser Behandlungsfehler auch ursächlich für den entstandenen Schaden ist muss – von groben Behandlungsfehlern abgesehen- ebenfalls der Patient beweisen.

 

Honorar:  Kommt zwischen dem Arzt und dem Patienten ein Behandlungsvertrag zu Stande, ist der Arzt verpflichtet, nach der GOÄ - der Gebührenordnung für Ärzte - abzurechnen.


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Julia Fellmer
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Medizinrecht

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