OLG Hamm: 26 U 112/13

Wird eine Frau nach einer stationären Sterilisation ungewollt schwanger, haftet das Krankenhaus nicht, wenn sie über eine verbleibende Versagerquote ausreichend aufgeklärt wurde. Das hat das Oberlandesgericht Hamm (OLG) in einem rechtskräftigen Urteil entschieden.

Die  37-jährige Klägerin hatte sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes sterilisieren lassen. Dennoch brachte sie nach zweieinhalb Jahre später erneut ein Kind zur Welt und verklagte die Klinik auf Zahlung eines Schmerzensgeldes von 10.000 Euro, Schadenersatz und Unterhalt von rund 300 Euro monatlich.

Das Landgericht und das OLG wiesen die Klage ab.

Bei der Sterilisation selbst und bei der Wahl der OP- Methode gab es keine Anhaltspunkte für ein fehlerhaftes Vorgehen.

Auch den Vorwurf der Klägerin der  unzureichenden Aufklärung hatte kein Erfolg. Es lies sich nicht feststellen, dass der Klägerin ausdrücklich eine 100-prozentige Restrisikofreiheit zugesagt worden sei.

Der behandelnde Arzt hatte der Klägerin vor der Sterilisation nach eigenen Angaben mündlich erläutert, dass es bei einer Sterilisation eine Versagerquote von vier von 1000 gebe.

Dies genügte den Richtern als therapeutische Aufklärung. Ein weiterer Hinweis, dass für eine 100-prozentige Sicherheit weitere Verhütungsmaßnahmen hätten ergriffen müssen, sei nicht notwendig gewesen.


Wünschen Sie eine unverbindliche Einschätzung?

Nehmen Sie jetzt unkompliziert und schnell Kontakt mit uns über unser Kontaktformular auf!

» Zum Kontaktformular


Julia Fellmer
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Medizinrecht

Telefon 0211 / 864630 - Telefax 0211 / 320840
j.fellmer@tondorfboehm.de

Sekretariat: Frau Tyrrell i.tyrrell@tondorfboehm.de
Ritterstraße 9 - 40213 Düsseldorf

 

 

Aktuelle Fachartikel Medizinrecht