Mit Urteil vom 13.10.2011 entschied das AG München, sofern bei Abschluss eines Fitnessvertrages dem Trainierenden bereits bekannt sei, dass er eventuell auf Grund einer bei ihm bestehenden Erkrankung (hier Gelenkserkrankung) die Angebote des Fitnessstudios nicht wird nutzen können, ihm kein Sonderkündigungsrecht zustehe. Dies bestünde nur bei einer ausdrücklichen Vereinbarung darüber.

Voraussetzung für ein Sonderkündigungsrecht wäre, dass dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beidseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung nicht zugemutet werden könne. Dies sei nach Abschluss eines Sportstudiovertrages zwar grundsätzlich der Fall, wenn der Kunde krankheitsbedingt die Einrichtungen des Studios nicht mehr benutzen könne.

Nach Auffassung des zuständigen Richters liege es aber anders, wenn die Umstände, die Anlass zur Kündigung bieten, bereits bei Vertragsschluss bekannt waren. In diesem Fall sei dem trainingsunfähig erkrankten Kunden die Vertragsfortsetzung zuzumuten. Dies habe hier vorgelegen. Dem Beklagten sei seine chronische Gelenkserkrankung bekannt gewesen. Dass ein Sonderkündigungsrecht vereinbart worden wäre, habe er nicht beweisen können.

 

Quelle: www.bayern/gericht/ag/m (Pressemitteilung Nr. 33/12 v. 9. 7. 2012)

 

 

Weitere Rechtsprechungshinweise:

 

Zur Unwirksamkeit einer AGB, die außerordentliche Kündigungen wegen attestierter Krankheiten: BGH, NJW 2012, 1431.

Wegen (auch schon bei Vertragsschluss bekannter) Depressionen: AG Geldern, NJW-RR 2006, 780.

Zum Kündigungsrecht eines Fitnessstudiovertrages wegen Eintritts einer Schwangerschaft:AG Mühldorf a. Inn, NJW-RR 2005, 492.

 

 

 


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