Die Düsseldorfer Tabelle dient der Bestimmung des Kindesunterhalts nach einer Trennung bzw. Scheidung der Eltern. Die Tabelle hat keine Gesetzeskraft, sondern stellt eine Richtlinie dar. Sie weist den monatlichen Unterhaltsbedarf aus, bezogen auf zwei Unterhaltsberechtigte. Der ausgewiesene Bedarf ist nicht identisch mit dem Zahlbetrag. Er ist vielmehr ist nur der Ausgangspunkt der konkreten Unterhaltsberechnung. Diese wird der Tabelle nachfolgend in den Grundzügen dargestellt.

 

Düsseldorfer Tabelle – Hintergrund und Zweck

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Richtlinie für Unterhaltszahlung, die zwischen dem Oberlandesgericht Düsseldorf in Abstimmung mit dem deutschen Familienrechtstag und anderen Oberlandesgerichten veröffentlicht wird.

Ziel der Tabelle ist es, die Rechtsprechung in Bezug auf Unterhaltszahlungen zu vereinheitlichen. Sie wird ergänzt durch Unterhaltsleitlinien mit Erläuterung der verschiedenen Oberlandesgerichte und wird alle zwei Jahre überarbeitet.

 

Düsseldorfer Tabelle

Kindesunterhalt

Stand 01.08.2015

 

 

 

 

 

Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen in €

Altersstufen in Jahren (§ 1612 a I BGB)

Prozent

Bedarfskontrollbetrag in €

 

 

0-5

6-11

12-17

ab 18

 

 

Beträge in €

1

bis 1.500

328

376

440

504

100

880/1.080

2

1.501-1.900

345

395

462

530

105

1.180

3

1.901-2.300

361

414

484

555

110

1.280

4

2.301-2.700

378

433

506

580

115

1.380

5

2.701-3.100

394

452

528

605

120

1.480

6

3.101-3.500

420

482

564

646

128

1.580

7

3.501-3.900

447

512

599

686

136

1.680

8

3.901-4.300

473

542

634

726

144

1.780

9

4.301-4.700

499

572

669

767

152

1.880

10

4.701-5.100

525

602

704

807

160

1.980

Bei Einkommen über 5.101 Euro netto wird einzelfallabhängig ermittelt

 

 

Unterhalt anhand der Tabelle berechnen

Minderjährige Kinder leben nach der Trennung der Eltern in der Regel bei nur einem Elternteil.

Der betreuende Elternteil leistet seine Unterhaltspflicht durch Naturalunterhalt in Form von Verpflegung und Obdach. Der andere Elternteil erfüllt seine Unterhalspflicht durch Barunterhalt.

Die Höhe des Unterhalts ist abhängig vom Einkommen des Pflichtigen und dem Alter des Kindes.

Das in die Unterhaltstabelle einzusetzende Einkommen (Unterhaltrechtliches Nettoeinkommen) des Pflichtigen wird nach speziellen Vorgaben berechnet. Es ist nicht gleichzusetzen mit dem steuerrechtlichen Nettoeinkommen.

Die Düsseldorfer Tabelle geht von einer Unterhaltspflicht für zwei Personen aus. Bei weniger oder mehr Unterhaltsberechtigten ist eine höhere oder niedrigere Einkommensstufe anzuwenden und es ergibt sich ein entsprechend höherer oder niedrigerer Unterhalt. Der sich dann aus der Tabelle ergebende Bedarf des Kindes ist um den Anspruch des Unterhaltspflichtigen auf Kindergeld zu kürzen. Es ergibt sich der Zahlbetrag, also die konkrete Unterhaltshöhe bei unterstellter Leistungsfähigkeit des Pflichtigen.

 

Leistungsfähigkeit / Selbstbehalt

Damit demjenigen, der den Kindesunterhalt zahlen muss selbst genug Einkommen bleibt, um sein Lebensunterhalt bestreiten zu können, verbleibt ihm der sogenannte Selbstbehalt. Der Selbstbehalt ist jedoch kein fester Betrag, sondern seine Höhe hängt vom Empfänger des Unterhalts ab bzw dessen Rang im Unterhaltsrecht. Der Selbstbehalt gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern beträgt beispielsweise beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 1.080,00 EUR. Verbleib dem Unterhaltspflichtigen wegen seiner Unterhaltspflicht lediglich ein Einkommen unterhalb des Selbstbehaltes, ist der Unterhalt des Kindes bis zur Wahrung des Selbstbehalts anzupassen. 

 

 

 


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