Behandlungsfehler,

  • (10.12.2015)

    Das Oberlandesgericht Hamm hat mit Urteil vom 27.10.2015 AZ: 26 U 63/15 entschieden, dass einem Witwer wegen des Tods seiner Ehefrau ein Schmerzensgeld in Höhe von 100.000,00 € zusteht, da die behandelnden Hautärzte eine Hautkrebserkrankung grob fahrlässig nicht erkannt haben.

    Urteil des OLG Hamm vom 27.01.2014, AZ 17 U 35/13In dem Fall war eine 55-jährige Frau wegen der Verfärbung eines Zehnagels in dermatologischer Behandlung. Sie berichtete dabei von einer Stoßverletzung. Der behandelnde Hausarzt vermutete ein Nagelhämatom und forderte eine Nagelprobe zur histologischen Untersuchung an. Hierbei ergab sich eine bakterielle Infektion, worüber die Frau telefonisch informiert wurde. Eine weitere Behandlung durch die Dermatologen unterblieb.

    In den Folgejahren ging die Verfärbung nicht weg, so dass die Frau einen zweiten Hautarzt aufsuchte. Dieser diagnostizierte bei der Frau Krebs, wobei sich in der Folge Metastasen in Lunge und Lymphknoten entwickelten. Vier Jahre nach dem ersten Besuch bei dem beklagten Hautarzt verstarb die Patientin.

    Das Gericht warf dem beklagten Hautarzt vor, er hätte die Nagelprobe selbst entnehmen müssen, da nur er aufgrund seiner hautärztlichen Kenntnisse, das für die Probe relevante Gebiet sicher bestimmen konnte. Ferner wäre er verpflichtet gewesen, die Patientin wieder einzubestellen, da er sich nicht darauf verlassen konnte, dass ihr die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung bekannt war. Das Gericht bewertet das Fehlverhalten als einen schweren Behandlungsfehler, bei dem eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln verstoßen worden ist.

     

     

  • (10.02.2017)

    Wie das Oberlandesgericht Hamm mit seiner am 02.02.2017 veröffentlichten Entscheidung (Aktenzeichen 26 U 111/15) entschied, hat ein Krankenhaus in Wickede ein Schmerzensgeld von 400.000,00 EUR an eine Patientin zu zahlen, die auf Grund einer nicht indizierten und nicht fachgerecht ausgeführten Operation an der Halswirbelsäule querschnittsgelähmt ist.

    Betreuungsunterhalt bei überobligatorischer ErwerbstätigkeitDie Gerichte hatten Sachverständigengutachten erstellen lassen, die zu dem Ergebnis kamen, dass bei der Patientin notwendige MRT-Untersuchungen unterblieben sind. Ferner sei eine falsche Operationsmethode gewählt worden. Die Ärzte hatten mit der Patientin, die bereits seit Jahren an Rückenschmerzen litt, nicht über die Möglichkeit einer weiteren konservativen Behandlung gesprochen. Insofern gingen die entscheidenden Richter von einer nicht ausreichenden Aufklärung über Behandlungsalternativen aus. 

    Bei der Patientin wurde eine Bandscheibenprothese Typ 6 HWK3/4 implantiert. Daneben wurden die Wirbel C 4 bis 7 versteift. Direkt nach der Operation litt die Patientin unter einer Schwäche an allen vier Extremitäten. Trotz zweier Revisionsoperationen auf Grund von postoperativer Nachblutung und Müyelonkompression war die Patientin seit der Operation unterhalb des 3. Halswirbels querschnittsgelähmt.

    Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte mit dem Urteil die vorangegangene Entscheidung des Landgericht Arnsberg.

     

     

  • (20.08.18)

    Mit Urteil vom 26.07.2018 sprach das Landgericht Düsseldorf dem Kläger eine Entschädigung für seelische Beeinträchtigung gem. § 844 III BGB in Höhe von 25.000,00 EUR zu.

  • (24.06.2015)

    Wie das Oberlandesgericht Hamm mit Urteil vom 21.11.14, Aktenzeichen 26 U 80/13, entschieden hat, stand einem Patienten, bei dem ein Dünndarmverschluss zu spät erkannt und behandelt wurde, ein Schmerzensgeldanspruch in Höhe von 90.000 € zu, da bei der groben Behandlungsfehler gehandelt hat.

    Dem beklagten Krankenhaus wurde vorgeworfen, bei einem Dünndarmverschluss zu spät operative Schritte eingeleitet zu haben, was zum teilweise Absterben des Darms, der Perforation des Darms sowie weiterer gesundheitlicher Beschwerden führte.

    Die Klägerin wird ihr Leben lang unter schwerwiegenden negativen Folgen für ihre Gesundheit leiden, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit durch rechtzeitiges diagnostisches und therapeutisches Handeln hätten vermieden werden können. Aus diesem Grunde sah das Gericht das außergewöhnlich hohe Schmerzensgeld als gerechtfertigt an.

  • (21.05.2015)

    Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) teilte am Mittwoch, den 20.05.2015 mit, dass im vergangenen Jahr 155 Patienten an den Folgen eines ärztlichen Behandlungsfehlers starben und darüber hinaus über 1200 Patienten einen Dauerschaden erlitten.


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